Februar 25

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Kribbeln in den Händen: Karpaltunnelsyndrom?

Kribbeln in den Händen, besonders nachts, taube Fingerspitzen oder eingeschlafene Finger und Hände: Bei den typischen Symptomen eines beginnenden Karpaltunnelsyndroms (KTS) sollten Betroffene zügig handeln. Wird das Karpaltunnelsyndrom nicht behandelt, kann das gravierende Folgen haben.

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Etwa jeder zehnte Bundesbürger kennt die Beschwerden des Karpaltunnelsyndroms, meistens beginnt es mit einem harmlosen Kribbeln in den Händen. Experten schätzen, dass Frauen rund fünfmal häufiger betroffen sind als Männer. In der Regel treten die Probleme zwischen 40 und 70 Jahren auf, am Anfang vor allem nachts: Man wacht auf, weil es in den Händen kribbelt, weil die Hand mal wieder eingeschlafen ist oder es von der Hand bis zum Oberarm schmerzt. Nach dem Schütteln verschwinden Schmerzen und Kribbeln wieder.

Was hat das Kribbeln in den Händen mit dem Karpaltunnel zu tun?

Jeder Arm wird von drei Nerven versorgt. Sie sind für die Motorik, also die Bewegungen und für die Sensorik, also den Tast- und Empfindungssinn zuständig. Der mittlere Armnerv, der Nervis medianus, ist für den Tast- und Empfindungssinn der Innenseite der Hand verantwortlich. Motorisch versorgt er einen Muskel des Daumens.

Dieser Nervus medianus verläuft von der Schulter über den Ober- und den Unterarm. An der Innenseite des Handgelenks verläuft er durch den so genannten Karpaltunnel. Das ist ein enger Tunnel in Höhe des Handgelenks, der von den Handwurzelknochen und einem straffen Bindegewebsband gebildet wird. Außer den Fingersehnen verläuft in diesem Tunnel auch der Nervus medianus. Der besteht aus sensiblen und motorischen Fasern und bestimmte Handmuskeln, die Finger und Handflächen versorgen.

Wird nun dieser Nerv von seiner Umgebung gedrückt oder sogar eingeklemmt, kommt zu den beschriebenen Symptomen, die meisten Patienten berichten zu Beginn über ein harmloses Kribbeln in den Händen, besonders in der Nacht. Wird so ein beginnendes Karpaltunnelsyndrom nicht behandelt, kann der Nerv langfristig Schaden nehmen.

Sind die Beschwerden anfangs noch eher sensorisch - die Hand kann zum Beispiel häufig mal kribbeln - können später motorische Beschwerden hinzukommen, etwa eine geminderte Kraft in den Fingern und vor allem im Daumen. Das Spektrum reicht also von einer leichten Missempfindung bis zur bleibenden Lähmung.

Was sind die Ursachen für das Karpaltunnelsyndrom?

Tatsächlich lässt sich bei der Mehrzahl der Karpaltunnelsyndrome keine Ursache nachweisen. Man spricht von einem idiopathischen (ίδιος heißt griechisch "eigentümlich", πάθος bedeutet "Leiden") Karpaltunnelsyndrom. 

Diese Form tritt besonders häufig bei Frauen in der Zeit der Menopause auf und wird auf Wassereinlagerungen und Gewebeschwellungen im Karpalkanal zurückgeführt. Manche Menschen sind prädestiniert für ein Karpaltunnelsyndrom, da sie von Geburt an einen engen Karpaltunnel haben. Wenn dann bei der Arbeit dauerhaft dieselbe Bewegung mit der Hand ausgeübt wird, wenn das Handgelenk stark beansprucht oder beim Schlafen eingeknickt wird, entwickelt sich daraus ein Karpaltunnelsyndrom.

Eine weitere mögliche Ursache ist eine frühere chronische Sehnenscheiden-Entzündung oder eine akute Entzündung und Schwellung der Sehnenscheiden. Da diese ebenfalls im Karpaltunnel liegen, können sie auf den Nerv drücken. Ganz selten handelt es sich um eine erbliche Krankheit, von der bereits Kinder betroffen sein können. Symptome können vorübergehend auch während einer Schwangerschaft auftreten, denn der Körper lagert in dieser Zeit viel Wasser ein, was den Druck auf den Nervus medianus erhöhen kann.

typische Symptome und stufen eines Karpaltunnelsyndroms im Überblick

Die meisten Betroffenen nehmen die Symptome eines beginnenden Karpaltunnelsyndroms nicht ernst genug: Was kann denn schlimm daran sein, wenn nachts die Hände einschlafen?

Karpaltunnelsyndrom Symptome werden oft nicht ernst genommen
Doch je länger der Nerv am Handgelenk eingeklemmt bleibt, desto eher kann es zu einer bleibenden Nervenschädigung kommen. Hier sind die Symptome im Überblick:

  • Oft beginnt das Karpaltunnelsyndrom mit Empfindungsstörungen in Daumen, Zeige-und Mittelfinger, da diese vom Medianus Nerv versorgt werden. Die typischen Karpaltunnelsyndrom Symptome: Die Finger fühlen sich taub an, kribbeln als ob sie "eingeschlafen" wären und schmerzen.
  • Häufig treten diese Beschwerden unter Belastung und während der Nacht auf. Grund für die nächtlichen Beschwerden: Viele Menschen winkeln unbewusst die Hand beim Schlafen leicht an.
  • In einem nächsten Schritt machen sich die Symptome des Karpaltunnelsyndroms besonders in einer abgewinkelten Haltung der Hand bemerkbar, wie beispielsweise beim Halten des Telefonhörers oder des Lenkrads im Auto. 
  • Im weiteren Verlauf des Karpaltunnelsyndroms verstärken sich die Missempfindungen, treten dauerhaft auf und die Schmerzen können bis in den Arm hineinstrahlen.
  • Im fortgeschrittenen Stadium werden die Finger gefühllos und die Muskeln des Daumenballens atrophieren, das heißt sie verkümmern.

Karpaltunnelsyndrom: Typische Symptome in der ersten Zeit

Das typischste Anzeichen für ein Karpaltunnelsyndrom im frühen Stadium ist das nächtliche Einschlafen der Finger. In der Anfangszeit genügt es, die Hand umzulagern und zu schütteln. Wenn das Karpaltunnelsyndrom unbehandelt bleibt, nehmen die Schmerzen zu. Häufig sind diese Karpaltunnelsyndrom Symptome begleitet von einem Kribbeln an den Handinnenflächen. Ein untrügliches Zeichen, dass der mittlere Armnerv, der die Innenseiten des Daumens, des Zeige- und Mittelfingers und der daumenseitigen Hälfte des Ringfingers versorgt, eingeklemmt wird.

Meist beginnt die Missempfindung in einem einzelnen Finger und breitet sich nach und nach auf die anderen Finger aus. Treten diese Schmerzen zuerst nach einer Belastung des Handgelenks auf, tauchen sie später unvermittelt und ohne erkennbaren Anlass auf.

Karpaltunnelsyndrom: Die Symptome in späteren Stadien

Nach und nach ziehen die Schmerzen bis in den Arm und die Schulter hinauf. Begleitet werden diese Karpaltunnelsyndrom Symptome von der Verschlechterung des Tast- und der Empfindungssinne der Finger. In diesem Stadium fällt es zunehmend schwer, Kleidungsstücke zuzuknöpfen oder kleine Gegenstände aufzuheben. Bald verschwinden die unangenehmen Empfindungen in den Fingern, stattdessen werden diese gefühllos. Nach und nach entsteht eine sichtbare Delle am Daumenballen, die Daumenballenatrophie.

Der Grund: Ein Muskel des Daumens, der von den betroffenen Nerven innerviert wird, bildet sich schrittweise zurück. Durch den Muskelschwund wird der Daumen in seiner Funktion stark eingeschränkt. Weil er nicht mehr abgespreizt werden kann, fällt es Betroffenen zum Beispiel schwer, Dinge in die Hand zu nehmen oder eine Flasche zu umgreifen. In diesem Stadium ist der Nerv bereits stark geschädigt. Wird erst hier mit der Therapie begonnen, ist es häufig zu spät, eine Schädigung des Nervs lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Die Gefühllosigkeit in der Handfläche und die Lähmung des Daumens können die Folgen sein.

Karpaltunnelsyndrom: Symptome an beiden Händen?

Bei einem Karpaltunnelsyndrom treten die Karpaltunnelsyndrom Symptome bei den meisten Menschen an beiden Händen auf, eine Hand ist etwas früher betroffen als die andere. Zwischen einem Karpaltunnelsyndrom an einem Arm und dem Auftreten erster Symptome auf der anderen Seite können Monate oder Jahre liegen. Stärker und eher betroffen ist bei Rechtshändern die rechte, die dominante Seite und bei Linkshändern die linke. Einer der Gründe, dass das Karpaltunnelsyndrom auf der dominanten Seite früher auftritt liegt darin, dass diese häufiger belastet wird.

Karpaltunnelsyndrom: Symptome ernst nehmen und behandeln!

Wie bei vielen anderen Krankheiten gilt für das Karpaltunnelsyndrom, dass der Verlauf sehr unterschiedlich sein kann. Bei vielen Betroffenen zeigen sich viele Jahre lang mäßige Beschwerden, die von langen beschwerdefreien Intervallen unterbrochen werden. In solchen Fällen besteht eine besonders hohe Gefährdung. Wenn nämlich die frühen Symptome nicht auf ein Karpaltunnelsyndrom zurückgeführt werden, gehen solche Betroffenen erst zum Arzt, wenn der Nerv irreversibel geschädigt ist.

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