Karpaltunnelsyndrom

Die Hand schläft nachts ein, der Daumen schwächelt: Das Karpaltunnelsyndrom ist weit verbreitet, wird aber oft nicht ernst genug genommen. Wer die Beschwerden einfach ignoriert, riskiert bleibende Schäden an Nerv und Muskeln.

Im Video beschreibt die Ärztin Birgit Imdahl die Ursachen und Folgen des Karpaltunnelsyndroms. 

Ein Kribbeln in den Händen, taube Fingerspitzen, starke Schmerzen bis zum Ellenbogen. Bei den typischen Symptomen eines Karpaltunnelsyndroms (KTS) sollten Betroffene schnell handeln. Ärzte warnen: Wird die Krankheit nicht frühzeitig behandelt, kann das gravierende Beeinträchtigungen zur Folge haben.

Etwa jeder zehnte Bundesbürger kennt die Beschwerden des Karpaltunnelsyndroms. Experten schätzen, dass Frauen rund fünfmal häufiger betroffen sind als Männer. Meist treten die Probleme zwischen 40 und 70 Jahren auf, am Anfang vor allem nachts: Man wacht auf, weil es von der Hand bis zum Oberarm schmerzt oder weil die Hand mal wieder eingeschlafen ist. Nach dem Schütteln verschwinden Schmerzen und Kribbeln wieder.

Was ist eigentlich der Karpaltunnel?

Jeder Arm wird von drei Nerven versorgt. Sie sind für die Motorik, also die Bewegungen und für die Sensorik, also den Tast- und Empfindungssinn zuständig. Der mittlere Armnerv, der Nervis medianus, ist für den Tast- und Empfindungssinn der Innenseite der Hand verantwortlich. Motorisch versorgt er einen Muskel des Daumens.

Dieser Nervus medianus verläuft von der Schulter über den Ober- und den Unterarm. An der Innenseite des Handgelenks verläuft er durch den so genannten Karpaltunnel. Das ist ein enger Tunnel in Höhe des Handgelenks, der von den Handwurzelknochen und einem straffen Bindegewebsband gebildet wird. Außer den Fingersehnen verläuft in diesem Tunnel auch der Nervus medianus. Der besteht aus sensiblen und motorischen Fasern und bestimmte Handmuskeln, die Finger und Handflächen versorgen.

Wird nun dieser Nerv von seiner Umgebung gedrückt oder sogar eingeklemmt, kommt zu den beschriebenen Symptomen. Langfristig kann er Schaden nehmen. Anfangs sind die Beschwerden eher sensorisch, die Hand kann zum Beispiel kribbeln. Später können motorische Beschwerden hinzukommen, etwa eine geminderte Kraft im Daumen. Das Spektrum reicht also von einer leichten Missempfindung bis zur bleibenden Lähmung.

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Bei der Mehrzahl der Karpaltunnelsyndrome lässt sich keine Ursache nachweisen. Man spricht von einem idiopathischen (ίδιος heißt griechisch "eigentümlich", πάθος bedeutet "Leiden") Karpaltunnelsyndrom.

Diese Form tritt besonders häufig bei Frauen in der Zeit der Menopause auf und wird auf Wassereinlagerungen und Gewebsschwellungen im Karpalkanal zurückgeführt. Manche Menschen sind prädestiniert für ein Karpaltunnelsyndrom, da sie von Geburt an einen engen Karpaltunnel haben. Wenn dann bei der Arbeit dauerhaft dieselbe Bewegung mit der Hand ausgeübt, das Handgelenk stark beansprucht oder beim Schlafen eingeknickt wird, entwickelt sich daraus ein Karpaltunnelsyndrom.

Eine weitere mögliche Ursache ist eine frühere chronische Sehnenscheiden-Entzündung oder eine aktute Entzündung und Schwellung der Sehnenscheiden. Da diese ebenfalls im Karpaltunnel liegen, können sie auf den Nerv drücken. Ganz selten handelt es sich um eine erbliche Krankheit, von der dann bereits Kinder betroffen sein können. Symptome können vorübergehend auch während einer Schwangerschaft auftreten, denn der Körper lagert in dieser Zeit viel Wasser ein, was den Druck auf den Nervus medianus erhöhen kann.

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Die meisten Betroffenen nehmen die Symptome eines beginnenden Karpaltunnelsyndroms nicht ernst genug: Was kann denn schlimm daran sein, wenn nachts die Hände einschlafen?

Doch je länger der Nerv am Handgelenk eingeklemmt bleibt, desto eher kann es zu einer bleibenden Nervenschädigung kommen. Oft beginnt das Karpaltunnelsyndrom mit Empfindungsstörungen in Daumen, Zeige-und Mittelfinger, da diese vom Medianus Nerv versorgt werden. Die Finger fühlen sich taub an, kribbeln als ob sie "eingeschlafen" wären und schmerzen.

Häufig treten diese Beschwerden unter Belastung, meistens aber während der Nacht auf. Besonders in einer abgewinkelten Haltung der Hand machen sie sich bemerkbar, wie beispielsweise beim Halten des Telefonhörers oder des Lenkrads im Auto. Das erklärt auch die nächtlichen Beschwerden, denn viele Menschen winkeln unbewusst die Hand beim Schlafen leicht an. Im weiteren Verlauf des Karpaltunnelsyndroms verstärken sich die Missempfindungen, treten dauerhaft auf und die Schmerzen können bis in den Arm hineinstrahlen. Im fortgeschrittenen Stadium werden die Finger völlig gefühllos und die Muskeln des Daumenballens atrophieren, verkümmern also.

Symptome in der ersten Zeit:

Das typischste Anzeichen für ein Karpaltunnelsyndrom im frühen Stadium ist das nächtliche Einschlafen der Finger. In der Anfangszeit genügt es meist, die Hand dann umzulagern und zu schütteln. Wenn aber das Karpaltunnelsyndrom unbehandelt bleibt, nehmen die Schmerzen zu. Häufig sind diese Symptome begleitet von einem Kribbeln an der Handinnenflächen. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass der mittlere Armnerv, der die Innenseiten des Daumens, des Zeige- und Mittelfingers und der daumenseitigen Hälfte des Ringfingers versorgt, eingeklemmt wird.

Meist beginnt die Missempfindung in einem einzelnen Finger und breitet sich dann auf die anderen Finger aus. Treten diese Schmerzen zuerst nur nach einer Belastung des Handgelenks auf, tauchen sie später ganz plötzlich und ohne erkennbaren Anlass auf.

Symptome in späteren Stadien:

Nach und nach ziehen die Schmerzen bis in den Arm und die Schulter hinauf. Begleitet werden diese Beschwerden von der Verschlechterung des Tast- und der Empfindungssinne der Finger. In diesem Stadium fällt es zunehmend schwer, Kleidungsstücke zuzuknöpfen oder kleine Gegenstände aufzuheben. Bald verschwinden die unangenehmen Empfindungen in den Fingern, stattdessen werden diese weitgehend gefühllos. Nach und nach entsteht eine sichtbare Delle am Daumenballen, die Daumenballenatrophie.

Grund dafür ist, dass ein Muskel des Daumens, der von den betroffenen Nerven innerviert wird, sich schrittweise zurückbildet. Durch den Muskelschwund wird der Daumen in seiner Funktion stark eingeschränkt. Weil er nicht mehr abgespreizt werden kann, fällt es Betroffenen zum Beispiel schwer, etwas in die Hand zu nehmen oder eine Flasche zu umgreifen. In diesem Stadium ist der Nerv schon sehr stark geschädigt. Wird erst hier mit der Therapie begonnen, ist es oft schon zu spät, denn eine Schädigung des Nervs lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Die Gefühllosigkeit in der Handfläche und die Lähmung des Daumens können die Folgen sein.

Symptome an beiden Händen?

Bei einem Karpaltunnelsyndrom treten die Symptome in der Regel an beiden Händen auf, meist ist eine Hand etwas früher betroffen als die andere. Zwischen einem Karpaltunnelsyndrom an einem Arm und dem Auftreten erster Symptome auf der anderen Seite können Monate oder auch Jahre liegen. Stärker und eher betroffen ist in der Regel bei Rechtshändern die rechte, also die dominante Seite und bei Linkshändern die linke. Einer der Gründe dafür, dass das Karpaltunnelsyndrom auf der dominanten Seite früher auftritt liegt darin, dass diese häufiger belastet wird.

Symptome ernst nehmen und behandeln!

Wie bei vielen anderen Krankheiten gilt auch für das Karpaltunnelsyndrom, dass der Verlauf sehr unterschiedlich sein kann. Bei vielen Betroffenen zeigen sich viele Jahre lang nur mäßige Beschwerden, die von langen beschwerdefreien Intervallen unterbrochen werden. Doch besonders in solchen Fällen besteht eine besonders hohe Gefährdung. Wenn nämlich die frühen Beschwerden nicht auf ein Karpaltunnelsyndrom zurückgeführt werden, gehen solche Betroffenen meist erst dann zum Arzt, wenn der Nerv schon irreversibel geschädigt ist.

karpaltunnelsyndrom behandlung

Der erste Schritt bei der konventionellen Behandlung des Karpaltunnelsyndrom ist die Nachtlagerungs-Schiene. Eine wirksame Alternative zur Schiene, die ja bloß das Einknicken der Hand verhindert, ist curpal®. Bei der Anwendung von curpal® wird der Karpaltunnel geweitet und damit entlastet.

Bei leichten oder mittelstarken Beschwerden, die kommen und gehen, empfiehlt der Arzt meist das Tragen einer Handgelenks-Schiene oder rät, bestimmte Belastungen zu vermeiden. Die konventionelle Handgelenks-Schiene wird in der Nacht getragen, denn nachts sind die Beschwerden meist am stärksten, weil die Hand im Schlaf häufig abknickt. Die Schiene verhindert dieses Abknicken. Im Vergleich zu einer Kortisonbehandlung oder einer Operation hat eine Handgelenks-Schiene kaum Nebenwirkungen. Das ist der Vorteil dieser konventionellen Behandlung.

Der Nachteil: Zwar kann das Tragen einer Schiene Erleichterung verschaffen, doch ist diese Erleichterung meist nur vorübergehend. Bei den meisten Menschen treten die Beschwerden nach einiger Zeit erneut auf. Und weil nur das nächtliche Abknicken der Hand verhindert, der Karpaltunnel selbst aber nicht geweitet wurde, hat man wertvolle Zeit verloren. Hinzu kommt, dass nur wenige Menschen mit einer Handgelenks.Schiene gut zurechtkommen. Die meisten fühlen sich durch sie im Schlaf gestört. Jedoch sollte man die Schiene keinesfalls auch am Tag tragen, denn dann besteht die Gefahr, dass das Handgelenk durch die Behandlung "einsteift". Die normale Funktion eines Gelenkes ist ja die Bewegung!

Eine wirksamere und sehr viel angenehmere Behandlungsalternative bietet curpal®. Im Unterschied zur Handgelenks-Schiene, die das Einknicken der Hand verhindert indem sie sie steif hält, dehnt curpal® durch Druck auf den Handballen und Handrücken die Hand und weitet und entlastet so den Karpaltunnel aktiv.

karpaltunnelsyndrom operation

Je früher das Karpaltunnelsyndrom behandelt wird, umso besser. In sehr vielen Fällen führt die Anwendung von curpal® zu einer raschen und spürbaren Linderung der Symptome. Wenn die Linderung ausbleibt und sich die Symptome verschlechtern, ist eine Operation meist unausweichlich. 

Bei der Operation wird das feste Karpalband durchtrennt und so der Druck vom Mittelnerv genommen. Dabei spaltet der Chirurg die Bandstruktur, die den Karpaltunnel nach oben hin begrenzt. Damit sollen die im Karpalkanal enthaltenen Sehnen und der Nerv mehr Platz bekommen und der Druck auf die Strukturen sinken.

Die operative Behandlung eines Karpaltunnelsyndroms erfolgt entweder durch eine offene oder durch eine endoskopische Operation. Ist das Ergebnis gut, bessern sich Beschwerden, wie Schmerzen und Taubheitsgefühl in der Nacht quasi sofort. Bei einer ausgeprägten Nervenschädigung kann es dauern, bis die Symptome weitgehend verschwunden sind. Ist der Nerv stark geschädigt, bleiben trotz Operation Beschwerden zurück. Ein vorhandener Muskelabbau ist durch den Eingriff nicht mehr rückgängig zu machen.

Neben den Risiken, die jede Operation mit sich bringt, können bei einer Operation des Karpaltunnels Vernarbungen des Gewebes auftauchen. Diese können Druck auf den Karpaltunnel ausüben und den Operationserfolg einschränken oder sogar zunichte machen.

Eine Alternative zur Operation ist in sehr vielen Fällen die Anwendung von curpal®. Insbesondere bei rechtzeitiger Anwendung führt die häufig zu einer raschen und spürbaren Linderung der Symptome.