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Die meisten Betroffenen nehmen die Symptome eines beginnenden Karpaltunnelsyndroms nicht ernst genug: Was kann denn schlimm daran sein, wenn nachts die Hände einschlafen? 


Doch je länger der Nerv am Handgelenk eingeklemmt bleibt, desto eher kann es zu einer bleibenden Nervenschädigung kommen. Oft beginnt das Karpaltunnelsyndrom mit Empfindungsstörungen in Daumen, Zeige-und Mittelfinger, da diese vom Medianus Nerv versorgt werden. Die Finger fühlen sich taub an, kribbeln als ob sie "eingeschlafen" wären und schmerzen. 

Häufig treten diese Beschwerden unter Belastung, meistens aber während der Nacht auf. Besonders in einer abgewinkelten Haltung der Hand machen sie sich bemerkbar, wie beispielsweise beim Halten des Telefonhörers oder des Lenkrads im Auto. Das erklärt auch die nächtlichen Beschwerden, denn viele Menschen winkeln unbewusst die Hand beim Schlafen leicht an. Im weiteren Verlauf des Karpaltunnelsyndroms verstärken sich die Missempfindungen, treten dauerhaft auf und die Schmerzen können bis in den Arm hineinstrahlen. Im fortgeschrittenen Stadium werden die Finger völlig gefühllos und die Muskeln des Daumenballens atrophieren, verkümmern also.

Symptome in der ersten Zeit

Das typischste Anzeichen für ein Karpaltunnelsyndrom im frühen Stadium ist das nächtliche Einschlafen der Finger. In der Anfangszeit genügt es meist, die Hand dann umzulagern und zu schütteln. Wenn aber das Karpaltunnelsyndrom unbehandelt bleibt, nehmen die Schmerzen zu. Häufig sind diese Symptome begleitet von einem Kribbeln an der Handinnenflächen. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass der mittlere Armnerv, der die Innenseiten des Daumens, des Zeige- und Mittelfingers und der daumenseitigen Hälfte des Ringfingers versorgt, eingeklemmt wird. Meist beginnt die Missempfindung in einem einzelnen Finger und breitet sich dann auf die anderen Finger aus. Treten diese Schmerzen zuerst nur nach einer Belastung des Handgelenks auf, tauchen sie später ganz plötzlich und ohne erkennbaren Anlass auf. 

Symptome in späteren Stadien

Nach und nach ziehen die Schmerzen bis in den Arm und die Schulter hinauf. Begleitet werden diese Beschwerden von der Verschlechterung des Tast- und der Empfindungssinne der Finger. In diesem Stadium fällt es zunehmend schwer, Kleidungsstücke zuzuknöpfen oder kleine Gegenstände aufzuheben. Bald verschwinden die unangenehmen Empfindungen in den Fingern, stattdessen werden diese weitgehend gefühllos. Nach und nach entsteht eine sichtbare Delle am Daumenballen, die Daumenballenatrophie.

Grund dafür ist, dass ein Muskel des Daumens, der von den betroffenen Nerven innerviert wird, sich schrittweise zurückbildet. Durch den Muskelschwund wird der Daumen in seiner Funktion stark eingeschränkt. Weil er nicht mehr abgespreizt werden kann, fällt es Betroffenen zum Beispiel schwer, etwas in die Hand zu nehmen oder eine Flasche zu umgreifen. In diesem Stadium ist der Nerv schon sehr stark geschädigt. Wird erst hier mit der Therapie begonnen, ist es oft schon zu spät, denn eine Schädigung des Nervs lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Die Gefühllosigkeit in der Handfläche und die Lähmung des Daumens können die Folgen sein.

Symptome an beiden Händen?

Bei einem Karpaltunnelsyndrom treten die Symptome in der Regel an beiden Händen auf, meist ist eine Hand etwas früher betroffen als die andere. Zwischen einem Karpaltunnelsyndrom an einem Arm und dem Auftreten erster Symptome auf der anderen Seite können Monate oder auch Jahre liegen. Stärker und eher betroffen ist in der Regel bei Rechtshändern die rechte, also die dominante Seite und bei Linkshändern die linke. Einer der Gründe dafür, dass das Karpaltunnelsyndrom auf der dominanten Seite früher auftritt liegt darin, dass diese häufiger belastet wird.

Symptome ernst nehmen und behandeln!

Wie bei vielen anderen Krankheiten gilt auch für das Karpaltunnelsyndrom, dass der Verlauf sehr unterschiedlich sein kann. Bei vielen Betroffenen zeigen sich viele Jahre lang nur mäßige Beschwerden, die von langen beschwerdefreien Intervallen unterbrochen werden. Doch besonders in solchen Fällen besteht eine besonders hohe Gefährdung. Wenn nämlich die frühen Beschwerden nicht auf ein Karpaltunnelsyndrom zurückgeführt werden, gehen solche Betroffenen meist erst dann zum Arzt, wenn der Nerv schon irrreversibel geschädigt ist.

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